Im Verlauf der Promotion geht es darum, in der Wissenschaft mit ihren Anforderungen und Systembedingungen einen ganz eigenen Weg zu finden. In einem Emanzipationsprozess zwischen wissenschaftlicher Freiheit und personellen und fachlichen Abhängigkeiten gilt es mit gutem Standing voranzugehen und eine eigenständige professionelle Identität als Wissenschaftlerin bzw. Expertin zu entwickeln.
Für Nachwuchswissenschaftlerinnen – insbesondere in MINT-Fächern – kommen geschlechtsbezogene Herausforderungen hinzu: Benachteiligungen durch faktische Mehrfachbelastungen zwischen Beruf und familiären Aufgaben, geschlechtsbezogene Vorurteile und Diskrimierungen angesichts einer Minderheitenposition im Fachgebiet, das Ringen um Anerkennung und Verkörperung ihrer professionellen Identität als Wissenschaftlerin in ihrem Feld.
Es geht für die Wissenschaftlerinnen in ihrer Arbeit darum, der eigenen Passion für die Wissenschaft als stärkster Motivationsquelle weiter zu folgen, dabei einen eigenen Platz in der Wissenschaft oder auch als Brückenbauer*in zur Praxis zu finden, mit Selbstbewusstsein in Anspruch zu nehmen und in der wissenschaftlichen Community zu verkörpern. Wichtige Themenfelder der wissenschaftlichen Karriere wie (Selbst-)Führung, Networking und Kommunikation in der Scientific Community, Karriere- und eventuell Familienplanung sowie Bewerbungsverfahren brauchen eine tragfähige persönliche Basis mit klarer innerer Ausrichtung und Standvermögen.
Im Empowerment-Workshop werden die Teilnehmerinnen darin bestärkt, ihr Wirken als Wissenschaftlerinnen in Wissenschaft und Praxis mit Selbstbewusstsein, Selbstvertrauen und einem Verständnis des Wissenschaftssystems bzw. ihres Fachgebiets wirklich in die eigenen Hände zu nehmen. So können sie ihre Arbeit und Lebensführung mit innerer Stabilität und Flexibilität stimmig gestalten und ihre Schaffensfreude und Schaffenskraft können sich voll entfalten.
Inhalte des Workshops:
- bewusste Selbstführung und Selbstfürsorge als zentraler Gelingensfaktor für erfolgreiche wissenschaftliche Arbeit und persönliches Wohlbefinden (Mental Health) bei Vielfachbelastungen
- Identitätsentwicklung zur „Wissenschaftlerin“ – die Promotion als emanzipatorischer Prozess zwischen Freiheit und Abhängigkeit
- wirksame authentische Kommunikation in den Kooperationsbeziehungen zu Betreuungspersonen, Kolleg*innen und Studierenden (Forschung & Lehre)
- aktiver emanzipatorischer Umgang mit Habitus- und Statusdifferenzen bzw. sozialen und genderbezogenen Ungleichbehandlungen im akademischen Milieu und MINT-Feld
- persönliche Resilienz (Mental Health) in der wissenschaftlichen Arbeit in Forschung & Lehre (Trigger, Wechselwirkung Person-System)
- Mindset (Leistungseinstellungen, Glaubenssätze, Self-Talk) und konstruktiver Umgang mit Kritik (innerer Kritiker & inneres Team), persönliche Produktivität und Resilienz
- Selbstzentrierung und Selbstverbindung als persönliche Resilienzbasis (Embodiment)
- persönliche Arbeitsmotivation und Produktivität im Flow (Affektlogik)
- agiles Arbeiten und neues Zeitmanagement: Deep Work in Fokuszeiten
- Selbstwirksamkeit, Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl: Persönliche Basis für langfristigen Erfolg in Wissenschaft und Praxis etablieren
- Arbeit und andere Lebensfelder – LebensBalancen individuell und kooperativ bedürfnisorientiert, zielorientiert und machtsensibel gestalten
Für gelingende tragfähige Veränderungsschritte in der täglichen Arbeitspraxis nutzen wir hilfreiche Erkenntnisse aus Psychologie und Neurowissenschaften (Embodiment-Forschung).
Veranstaltungsformat
Für diesen Workshop empfehle ich wegen körperbezogener und kommunikativer Praktiken (Embodiment) des Self-Empowerment und der solidarischen Vernetzung der Teilnehmerinnen in der Realgruppe eine Präsenzveranstaltung (gerne mit Online-Follow up zur Begleitung der Umsetzungsprozesse der Teilnehmenden).
Dozent/Leitung
Dr. Matthias Rudlof, Dipl.-Psychologe, Systemischer Coach (SG) & Organisationsberater sowie Coach für AMW-Therapie® gibt mit einem ganzheitlichen menschenorientierten Ansatz Workshops, Einzel- und Gruppencoachings (Präsenz- und Online-Formate, dt. und engl.) für Hochschulen, Forschungs- und Bildungsorganisationen: Schwerpunktthemen: Self-Empowerment & Produktivität in der Wissenschaft (Forschung & Lehre), Selbstführung und positive Kooperationskultur in der Lehre, Mental Health/Resilienz für Forschende, Lehrende und Studierende, Kommunikation produktiv gestalten zwischen kreativer Kooperation und Konflikt.